Die körpereigenen Abwehrmechanismen, die den menschlichen Körper beim Kontakt mit Krankheitserregern und Toxinen schützen, werden als Immunsystem bezeichnet.

Das Immunsystem kann durch verschiedenste Einflüsse (s. unten) seine Fähigkeit verlieren, auf Krankheitserreger oder körpereigene Strukturen angemessen zu reagieren. Es kann dann zu folgenden Reaktionen kommen:

·         einer schwachen oder fehlenden Immunantwort auf Krankheitserreger, die sich in einer verstärkten Infektanfälligkeit oder chronischen Entzündungen äußert

·         einer starken inadäquaten „überschießenden“ Reaktion auf körperfremde, eigentlich unschädliche Substanzen, die sich als eine Allergie zeigt

·         einer Reaktion, die sich gegen den eigenen Körper richtet und als Autoimmunerkrankung bezeichnet wird.

Zwischen dem Immun-, dem Hormon- und dem Nervensystem gibt es vielfältige Wechselwirkungen. Damit wird deutlich das auch Stress, Trauer und andauernde psychische Belastungen das Immunsystem schwächen und die Entwicklung von Krankheiten begünstigen können. Die Erfahrung zeigt, dass es Menschen häufig dann „erwischt“, wenn es ihnen gefühlsmäßig nicht so gut geht.

Die Basisbehandlung der naturheilkundlichen Medizin zielt u.a. darauf ab,

·         das innere Milieu des Körpers von Umweltgiften, Belastungen durch Stoffwechselendprodukte oder Medikamenten zu entlasten

·         die schützenden (Schleimhaut-)Barrieren zu stärken bzw. wieder aufzubauen

·         umstimmende regulierende Maßnahmen zur Normalisierung der Immunlage einzuleiten.

Bei Autoimmunkrankheiten darf das Immunsystem keinesfalls angeregt werden. Ziel einer naturheilkundlichen Maßnahme kann hier sein, die Regulation des Immunsystems zu unterstützen - in dem Sinne, dass entzündungshemmende Wirkungen im Körper unterstützt werden.

Zahlreiche Tipps zur Stärkung der körpereigenen Abwehr werden Jahr für Jahr in den allen nur denkbaren Medien veröffentlicht. Sicherlich hilft vieles – jedoch kommt es auch hier auf das richtige Maß an: ein „blindes Anheizen“ des Immunsystems mit vermeintlich abwehrsteigernden Maßnahmen wirkt manchmal kontraproduktiv und verschlimmert die Beschwerden.

Zu den Einflüssen, die das Immunsystem schwächen, zählen: ungesunde/unausgeglichene Ernährung, Umweltbelastungen, erbliche Faktoren, Belastungen durch chronische Entzündungsherde, Einwirkung von ionisierender Strahlung, andauernder Stress (egal ob positiver oder negativer Stress), zu viel/zu wenig Schlaf, Bewegungsmangel, Leistungssport („Open-Window-Phänomen“), übermäßige Hitze- oder Kälteeinwirkung, das Alter, chronische Erkrankungen, Drogenmissbrauch (u.a. Nikotin und Alkohol), medikamentöse Immunsystem-Unterdrückung (Immunsuppression) und noch viele andere Faktoren mehr.