Chronische Störungen im Verdauungstrakt (synonym Gastrointestinaltrakt, GIT) sind ein weit verbreitetes Leiden und können vielfältige Folgen haben wie Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, Migräne, Leberbelastungen, Rheuma, Hauterkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien, Abwehrschwäche, Depressionen, Reizdarmsyndrom und noch viele weitere Beschwerden.

Der Gastrointestinaltrakt (GIT). besteht aus den Organen Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenblase, die der Aufnahme, der Zerkleinerung und dem Weitertransport der Nahrung dienen, um die darin enthaltenen Nährstoffe für den Körper verwertbar zu machen. Im GIT ist auch der Sitz des enterischen Nervensystems (ENS), das umgangssprachlich als „Bauchhirn“ bezeichnet wird. Hier werden Stoffe (Neurotransmitter) ausgeschüttet, die unter anderem aktiv auf die Psyche wirken, z.B. Serotonin oder Dopamin. Serotonin – häufig als „Glückshormon“ betitelt – stammt zu 95% aus dem Darm und nur zu 5% aus dem Gehirn. Hieraus wird deutlich das sich Störungen im GIT auf die Psyche auswirken können und sich umgekehrt psychische Befindlichkeitsstörungen auf den Verdauungstrakt auswirken.

Der Darm hat eine besondere Bedeutung für das Immunsystem. 70-80% aller Zellen, die Antikörper produzieren, befinden sich im Darm. Antikörper sind Eiweiße, die im Dienst des Abwehrsystems stehen. Die Stärke der körpereigenen Abwehr ist somit stark abhängig von einer ungestörten Funktion des darmeigenen Immunssystems (GALT).

Aus dem bisher Gesagten wird die grundlegende Wichtigkeit eines funktionierenden Magen-Darm-Trakts deutlich. Aufgrund der engen Wechselbeziehungen der einzelnen GIT-Organe untereinander, der engen Beziehungen zu Nerven-, Hormon-, und Immunsystem lassen sich Erkrankungen des GIT naturheilkundlich nicht isoliert behandeln, sondern erfordern eine umfassende Diagnostik und ein komplexes Therapiekonzept.