Tuina ist eine der ältesten manuellen Therapien und wichtiger Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Sie basiert auf den Lehren der TCM, die den Menschen als untrennbare Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtet. Dementsprechend berücksichtigt ein Tuina-Therapiekonzept nicht nur die Symptome, sondern bezieht sowohl den Menschen in seiner Gesamtheit als auch Umweltfaktoren mit ein. Während die westliche manuelle Therapie sich vor allem auf die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates konzentriert, wird mit Tuina der gesamte Organismus behandelt, um das gestörte Gleichgewicht von Yin und Yang wieder herzustellen.

Grundlage der Behandlung bildet das Meridiansystem mit seinen 12 Hauptmeridianen und seinen Akupunkturpunkten. Auch die tendinomuskulären Meridiane, die an der Körperoberfläche in der Haut, im Fettgewebe und im Bereich der Muskulatur entlang der Hauptmeridiane verlaufen, werden in die Behandlung mit einbezogen. Über den energetischen Therapieansatz hinaus werden selbstverständlich auch die anatomischen und physiologischen Grundlagen berücksichtigt.

Die Domäne der Tuina-Therapie sind Beschwerden des Bewegungsapparates. Auch bei inneren oder gynäkologischen Erkrankungen kann Tuina eingesetzt werden.

Tuina wirkt auf der körperlichen und energetischen Ebene. Somit lassen sich nicht nur orthopädische oder innere Erkrankungen mit Tuina behandeln, sondern auch die stark zunehmende Zahl an psychosomatischen Erkrankungen.

Die Grenzen der Tuina-Behandlung liegen dort, wo eine akute Erkrankung eine schulmedizinische Behandlung erfordert oder die Schädigung eines Organs oder Gewebes so stark ist, dass durch die Tuina-Behandlung keine Heilung oder Linderung mehr möglich ist.

Eine Tuina-Behandlung

Die Tuina-Therapie umfasst viele manuelle Techniken wie z.B.

Um die Effektivität einer Tuina-Behandlung zu unterstützen, kommen auch weitere Methoden wie Schröpfen, Gua Sha oder Kräuterauflagen zum Einsatz. Um eine nachhaltige Wirkung der Therapie zu erzielen, ist in einigen Fällen auch eine Beratung hinsichtlich Lebensführung und Ernährung notwendig

Das Behandlungskonzept mit der Auswahl der Techniken, Punkte, Leitbahnen und Körperzonen richtet sich nach der Diagnosestellung, der Konstitution und dem aktuellen Gesundheitszustand des Patienten. Die Diagnostik erfolgt durch Anamnese, Zungen- und Pulsdiagnose, Funktionstests, der Beurteilung von Haut und Gewebe.

Die Behandlungsdauer hängt von der Diagnosestellung ab und variiert i. a. zwischen 30 und 60 Minuten.